Atzmon an das Scientific Committee der EU
diagnose-funk 01.10.2006
Brief von Iris Atzmon, (Israel) an das Scientific Committee on Emerging and Newly Identified Health Risks (Komitee für auftretende und neu identifizierte gesundheitliche Risiken)
vom 21. September 2006
Sehr geehrtes „Wissenschaftliches Komitee für aufkommende und neu identifizierte gesundheit-liche Risiken“,
Ich habe Ihren neu erschienenen Bericht auf http://ec.europa.eu/health/ph_risk/committees/04_scenihr/docs/scenihr_o_006.pdf gelesen.
Es scheint, dass die Position dieses Komitees schon ziemlich klar ist.
Sie schreiben hierin:„Die zusätzliche Information, die über die karzinogenen und andere athermischen Effekte von radiofrequenter und Mikrowellenstrahlung in den letzten Jahren erhältlich waren, rechtfertigen nicht eine Revision von Expositionsgrenzwerten, die von der Kommission auf der Grundlage der Schlussfolgerungen von 1998 gesetzt wurden. (…) Eine relativ grosse Serie von Laborstudien hat nicht zum Beweis von Genotoxizität gereicht. (…) Die gegenwärtige Kenntnis ist ungenügend für die Einführung von Massnahmen zur Identifikation und zum Schutz einer hochsensitiven Untergruppe der Bevölkerung. Studien über neurologische und reproduktive Auswirkungen haben keinerlei gesundheitliche Risiken durch Expositionslevels unterhalb der ICNIRP-Grenzwerte, wie sie 1998 eingeführt wurden, ergeben. (…)“„Vorurteile (Anm.: Befangenheiten) in diesen Studien [Studien zur elektromagnetischen Feldern, die der IARC zur Bewertung möglicher karzinogener Risiken dienen] könnten einige der gefundenen Risiken erklären. Die Befunde von einigen Beobachtungsstudien wurden nicht durch Studien in Tierexperimenten erhärtet, welche keinen adäquaten Beweis für eine Karzinogenität erbringen.“ (Seite 30)
„Insgesamt gibt es schwache Hinweise für gesundheitsrelevante in vitro-Effekte (Anm.: Laborstudien) durch radiofrequente elektromagnetische Felder unterhalb der Richtlinie.“ (Seite 22)
„Höchstwahrscheinlich stehen die Gesundheitsprobleme, beschrieben als Elektro-Hypersensibilität, nicht im Zusammenhang mit der physikalischen Präsenz von EMF“. (Seite 24)
In Bezug auf die Aussage: „Die EU lädt Interessierte ein, Kommentare bezüglich EMF und der menschlichen Gesundheit bis 3. November 2006 einzusenden.“:
Ich schreibe als Privatperson, welche sieht, was hier vorgeht. Ich bin eine Teilnehmerin, weil ich in einer verstrahlten Stadt in einem verstrahlten Land lebe. Ich lese die EMF-Studien, ich bin in Kontakt mit elektrosensitiven Menschen und öffentlichen, informierten Gruppen. Ich bin eines der Opfer des Interessenkonflikts in der WHO und der Ignorierung des Konflikts durch die EU. Es gibt ca. 2 Milliarden solcher Betroffener auf der Welt. Die Folge dieses Konflikts ist jene, dass die dokumentierten Verzerrungen im ICNIRP -Standard ignoriert werden. Daher bestehe ich auf Folgendem:
1. Ich bitte in meinem und im Auftrag anderer Betroffener, dass das Untersuchungskomitee der EU den Interessenkonflikt der WHO, der in einer Doktorarbeit von Don Maisch niedergelegt ist, untersucht. Ich füge eine der Dissertationen zu diesem Fall bei. Eine Menge Arbeiten sind über EMF in den letzten 40 Jahren publiziert worden, und die Öffentlichkeit weiss davon nichts: Kann der Grund für diese Unterlassung der sein, dass während Jahren der frühere Vorsteher des EMF-Projekts der WHO, Dr. Michael Repacholi, gemäss der Mobilfunkindustrie (gem. Microwave News report, www.microwavenewes.com) $ 150 000 pro Jahr für Reise- und Organisationsspesen für Meetings von der Mobilfunkindustrie erhalten hat? Die WHO hat die Stromindustrie aufgefordert, EMF- Gesundheitsstandards festzusetzen. (Dies alles ist in der beigelegten, publizierten Dissertation dokumentiert). Ich bitte, abzuklären, ob seine Nachfolgerin, Emili van Deventer, dieses Geld nun auch erhält - oder mehr Geld, als er erhielt. Ich las auf einer französichen Website, dass sich Dr. Emili van Deventer nicht schämte zu sagen, dass das Risiko von Hochspannungsleitungen äquivalent zu e i n e m Fall von Leukämie in ganz Frankreich wäre. (www.next-up.org) Ich habe während der letzten Jahre Dutzende von Berichten aus der ganzen Welt verfolgt, die der WHO über Krankheitshäufungen rund um Mobilfunkantennen berichteten, und sie wurden ignoriert und nicht abgeklärt.
Die Petition einer sehr grossen Gruppe von Bürgern und Wissenschaftern an Kofi Annan im Jahr 2000 wurde ignoriert – es wurde nichts getan, obwohl man 10 kg (Anm.: Papier) mit Unterschriften und wissenschaftliche Arbeiten sandte. Ich lege Ihnen auch diese Petition bei. Zudem finden Sie hier die neue Resolution von 31 Wissenschaftern, welche nicht ignoriert werden sollte (http://www.icems.eu/docs/BeneventoResolution.pdf)
2. Der verstorbene Dr. Neil Cherry dokumentierte eine grosse Datensammlung, welche zeigte, dass die ICNIRP zusammen mit der WHO systematisch Studienresultate verfälschend darstellte. Ihr Komitee empfiehlt diesen Standard gemäss Ihrem einleitenden Bericht. Und Ihr Komitee unterstützt die Ansicht, dass es keine Gründe gäbe, die ICNIRP -Grenzwerte infolge der athermischen Datenlage zu reduzieren.
Dr. Michael Repacholi drängte alle Regierungen in der Welt, diese Grenzwerte zu übernehmen, und dies auf Basis der verzerrenden Literatur, wie sie Dr. Cherry (und nicht nur er, sondern auch Prof. John Goldsmith, Dr. Michael Kundi, Don Maisch, Dr Gerard Hyland, Dr. Walter Medinger) dokumentierten.
Nun noch eine Frage:
Haben Sie sich mit Dr. Cherrys Widerlegung der ICNIRP-Bewertung überhaupt befasst? Denn die Öffentlichkeit weiss bereits von dieser Befangenheit. Ich fordere Sie auf, allgemein bekannte Sachverhalte nicht zu ignorieren, sondern darauf einzugehen. Da es nie irgendwelche Gegendarstellungen zu Cherrys Dokumentation dieser Verfälschungen gab, schliesse ich, dass beide, die ICNIRP und die WHO, wissen, dass er Recht hatte. Hier finden Sie den Link zu dieser Dokumentation:
http://www.feb.se/EMFguru/CellPhone/cherry2/ICNIRP-2.htm .
Ich denke, die Öffentlichkeit wäre ohne die ICNIRP besser geschützt. Sie ist eine private Organisation, welche die Öffentlichkeit nie gewählt hatte. Ich wiederhole: die ICNIRP wurde nie durch die Öffentlichkeit gewählt und es gab niemals eine öffentliche Prüfung der ICNIRP. (Wäre dies nebenbei nicht eine guter Vorschlag?)
Beiläufig erwähnt ist die Benevento Resolution ein Widerspruch zur Ihrem einleitenden Bericht: http://www.icems.eu/docs/BeneventoResolution.pdf
Mit freundlichen Grüssen
Iris Atzmon.
Opfer von Interessenskonflikten
Israel