33-2004: Frau Dr. med. V.
Frau Dr. med. V., geb. 1960, litt seit Sept. 2004 anfallsweise unter Erschöpfungszuständen verbunden mit Angstgefühlen, Blutdruckkrisen (bis 180/110 mmHg), Tachykardie, Durchfällen, Muskelzittern und Schlafstörungen. Konzentrationsstörungen und Wortfindungsstörungen kamen hinzu. Als sich diese Erschöpfungszustände, bevorzugt in den späten Abendstunden, häuften, zur völligen Schlaflosigkeit führten und Frau V. am Ende ihrer Kraft war, begab sie sich im Nov. 2004 ins Krankenhaus. Sämtliche ambulante und stationäre Untersuchungen (Langzeit-EKG, Rö-Thorax, Wirbelsäule seitl., Ergometrie, Troponin-Schnelltest, Dopplerechokardiographie, US Oberbauch incl. Nieren, NMR Kopf, CT Abdomen, Ausschluss Phäochromozytom und Hyperthyreose)
Der Blutdruck befand sich, über 48 Stunden gemessen, im Normbereich. Im Entlassungsbericht wurde vermerkt: „Ein Anhalt für eine organische Ursache der Hypertonie fand sich nicht. (...) Grundsätzlich wären Entspannungsmaßnahmen bzw. Änderung der Lebensgewohnheiten, sofern im Praxisalltag möglich, zu empfehlen. Entlassungsmedikation: Metoprolol 1-0-0.“
Nach Entlassung begann sie mit Entspannungsübungen unter der Vorstellung an einem „Burn-Out-Syndrom“ zu leiden. Sie begann eine probatorische Hormonsubstitution, behalf sich mit Schlafmitteln und musste die Blutdruckmedikation steigern. Eine konsultierte Neurologin schlug ein Anti-depressivum vor. Ein Psychotherapeut empfahl eine Therapie. In den zahllosen schlaflosen Nächten fand sie manchmal wenigstens 2 Stunden Ruhe in den Kinderzimmern. Im Wald fühlte sie sich irgendwie „frei“.
„Ich begann mir ernsthafte Gedanken darüber zu machen, wie ich meine Praxis würde weiterbe-treiben können; jedenfalls konnte ich mir im Januar 2005 nicht vorstellen, so weiterarbeiten zu können, wenn die beschriebenen Symptome sich nicht bald bessern würden. Ich fühlte mich ziemlich am Ende meiner Kräfte und war verzweifelt, hatte ich gar keine Idee, woher diese seltsamen Symptome stammten.“
Im Januar 2005 fiel ihrem Mann ein Artikel über Emissionen von DECT-Telefonen in die Hand. Die Familie hatte im Sommer 2003 ein DECT-Telefon angeschafft. Die Basisstation befand sich neben dem Schlafzimmer.
Nach Messungen im Februar 2005 (HF 390 µW/m²) wurde die Telefonanlage aus dem Nebenzimmer entfernt. Nach einer Woche hörten die Durchfälle auf. Nach zwei Wochen konnte sie wieder erholsam schlafen und beginnen, die Blutdruckmedikation auszuschleichen. Die Angstzustände besserten sich und traten selten auf. Ende April 2005 konnte die Blutdruckmedikation abgesetzt werden. Es dauerte jedoch ein Jahr bis sich Frau V. wieder ganz genesen fühlte.
Ihr Fazit: „Gerade als Ärztin ist es mir ein Bedürfnis, dass wir alle bei Symptomen, wie beschrieben, differentialdiagnostisch Hochfrequenzstrahlung als mögliche Ursache unklarer vegetativer Beschwer-den – nach Abklärung der organischen – in Betracht ziehen. In meinem Fall hätte man bereits nach meinem Krankenhausaufenthalt im November 2004 dran denken können, wäre nur mehr über diese „Krankheit“ bekannt und würden auch mehr Kollegen einfach darüber etwas wissen.
Seriöse Forschungen über die Auswirkungen von Hochfrequenz auf den menschlichen Organismus müssen intensiviert werden, was letztendlich auch finanziell von durchaus volkswirtschaftlicher Bedeutung ist (immerhin mussten in meinem Fall Rechnungen von mehr als 4000 Euro beglichen werden – für nichts! Ein wahrhaftig teures Telefon!).“
Ab 2005 wandten sich Anwohner von Sendeanlagen wegen der Häufung von Tumorerkrankungen in einzelnen Straßenzügen aus folgenden Orten an die Ärzteinitiative: Hof, Lichtenfels, Michelau/Oberfranken, Forchheim, Langensendelbach, Nürnberg, Reichelsdorf, Icking, Ober-ammergau, Kirchheim, Burgheim, Helmstadt, Haibach, Schwäbisch Gmünd, Schwäbisch Hall, Rosengarten, Düsseldorf, Oelde, Steinbach-Hallenberg, Scheibenberg, Schöneck/Vogtland, Sosa/ Vogtland, Dresden und Börnersdorf.