2-1992: Frau G.
Frau G., geb. 1957, litt ab Weihnachten 1992 unter extremen Blutdruckschwankungen, Unruhe, Kraftlosigkeit, Beschwerden in beiden Schultern mit Ausstrahlung in Arme und Hände, brennende Schmerzen, Schlaflosigkeit und trockene Augen auf. Erst viel später erfuhr sie, dass zu diesem Zeitpunkt ein neuer Sender in Betrieb genommen worden war.
Der Hausarzt hielt in einem Attest vom 28.10.94 einen Zusammenhang für wahrscheinlich: „...da ich auch andere Patientinnen aus der gleichen Ortschaft mit ähnlichen Krankheitsbildern behandele, die mit der Errichtung des Senders begannen.“
Auf der Suche nach erträglichen Orten, stellte sie bei sich selbst Schwankungen zwischen 120/80 mmHg bis zu 280/180 mmHg fest. Sie machte die Beobachtung, dass Stellen, an welchen hochfrequente Felder mehrerer Sendeanlagen aus verschiedenen Richtungen zusammentreffen, besonders starke Auswirkungen haben. Sie wandte sich wiederholt an viele Behörden mit der Bitte um Hilfe und der Frage, wer zuständig sei. Sie stellte sich als Probandin zur Verfügung.
Physikerin G. Vlcek, Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), antwortete am 22.12.99: „ Ich bedaure den Verlauf Ihrer Krankheit, ein direkter Zusammenhang mit Expositionen durch elektromagnetische Felder ist jedoch nicht zu erkennen...Grundsätzlich können die beschriebenen Gesundheitsfolgen nicht direkt durch die Wirkung elektromagnetischer Felder hervorgerufen werden.“
Am 05.12.2001 erleidet sie einen Schlaganfall.
Das Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin der LMU München sieht am 29.01.02 keine Möglichkeit der Expositionstestung: „Derzeit existiert an unserem Institut bzw. unserer Klinik, aber auch nach Rückfrage beim Bundesamt für Strahlenschutz in Neuherberg, keine „100%ig“ wissenschaftlich validierte Expositionstestmethode gegenüber elektromagnetischen Strahlenfeldern. Allerdings wird eine solche Testung im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie am Bezirkskrankenhaus Regensburg (Psychiatrische Klinik) durchgeführt.“
Ein Arzt des Gesundheitsamtes Passau kam am 11.09.03 der Bitte von Frau G. nach. Nachdem er jedoch schon im belasteten Haus systolische Werte von 250-300 mmHg und diastolische Werte von 150 mmHg gemessen hatte brach er den geplanten Versuch mit Messungen an verschiedenen Orten wegen des untragbaren gesundheitlichen Risikos ab. Er informierte Frau Dr. Brix, BStUGV, über diesen Vorfall und die weiterhin bestehende Bereitschaft von Frau G.: „Frau G. wäre an einem Fortgang weiterer Untersuchungen zum Thema „Mobilfunkstrahlung und gesundheitliche Auswirkungen“ interessiert..“ Frau G. ist im Dezember 2004 im Alter von 57 J. plötzlich verstorben.