Schulkinder hinter "Hasengittern"
Otterfing kapituliert: Antenne von T-Mobile bleibt auf Rathausdach
Schulkinder hinter "Hasengittern" vor Strahlung schützen
VON CHRISTINA JACHERT-MAIER Otterfing - Im Kampf um den Abbau der Mobilfunk-Antenne auf dem Rathausdach hat Otterfing kapituliert. Vor Ablauf des Vertrags mit T-Mobile in sechs Jahren, darüber herrschte bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderates Einigkeit, werde die Antenne wohl auf ihrem Platz bleiben. Ziel ist es jetzt, die Schule von der Strahlung abzuschirmen.
"Wir sollten den Tatsachen ins Auge sehen", fand Hertha Böhner (Grüne). T-Mobile sei nur bereit, die Antenne zu verlegen, wenn die Gemeinde die Kosten von rund 100 000 Euro übernehme. Selbst wenn Otterfing die Summe aufbringe, sei das Problem nicht aus der Welt. Schließlich befinde sich in der Dorfmitte eine weitere Antenne. "Wichtig ist jetzt, dass wir für die Schule Maßnahmen ergreifen." Paul Pallauf (CSU) pflichtete bei. Die Gemeinde müsse den Bedenken der Eltern Rechnung tragen, mahnte er. "Dafür müssen wir auch ein bisschen Geld in die Hand nehmen." Es biete sich die Installation von Schutzgittern aus Metall vor den Fenstern an. "Damit wird eine Reduzierung der Strahlung um den Faktor 30 erreicht." Die "Hasengitter" kosteten nur etwa sechs Euro pro Quadratmeter, meinte Pallauf. Der Gemeinderat möge zeigen, dass er das Problem ernst nehme und zu Lasten der Schönheit diese Gitter anbringe.
Zur Abschirmung der Schule habe die Gemeinde bereits eine Menge getan, erinnerte FW-Sprecherin Ulrike Stockmeier. Sie halte es für sinnvoll, ein Konzept für die Zukunft zu entwickeln. Dazu könnten auch Fachleute aus Otterfing beitragen. Die hiesigen Resourcen seien nicht ausgeschöpft. "Wir reden Stund` um Stund`, ohne dass das etwas bedeutet", stellte Martin Beilhack (FW) fest. Bund und Länder hatten den Gemeinden das Recht genommen, auf die Mobilfunkbetreiber einzuwirken. Damit die Antenne nach Vertragsende wirklich abgebaut werde, müsse die Gemeinde einen neuen Standort anbieten, erklärte Eglseder. Deshalb müsse die Suche weitergehen. Er wünsche sich einen Runden Tisch mit Vertretern der Mobilfunkbetreiber. Dazu wolle er gern einen Sachverständigen des TÜV Bayern zuziehen. Dessen Einsatz erachtete die Mehrheit als nicht notwendig.
Der Runde Tisch wurde mit 7:8 Stimmen abgelehnt. Einhellig beschloss das Plenum, Angebote für Abschirmmaßnahmen einzuholen. Auf einmütige Ablehnung stieß die Auftragsvergabe an eine Firma, die Standortkonzepte für Mobilfunkantennen erstellt. Die Gemeinde will sich auch nach Möglichkeiten erkundigen, an einem Pilotprojekt des Umweltministeriums teilzuhaben.
Datum: 18.11.2003