Immer weitere Betroffenenberichte
MF-Betroffenenberichte von Dr. med. Karl Braun-von Gladiß
"Nach einer der letzten Ausgaben des Newsletter, in der ich den Fall einer durch eigene Schnurlostelefonie gesundheitlich schwer geschädigten Ärztin wiedergab, erreichten mich eine Reihe von Zuschriften, die ich Ihnen anonymisiert („n.n.“) und unkorrigiert als Diskussionsbeitrag in den Gesprächen über Gefahren durch Funktürme und Handys und als Anregung zur Reflexion über eigenes Verbraucherverhalten zur Verfügung stelle."
Frau n.n. 21.3.05
Gesundheitsstörungen durch eine UMTS-Anlage
Mein Mann und ich wohnen seit September 2003 in der Uhlandstrasse 8 in Rosenheim. Wir haben bis Ende letzten Jahres gerne hier gewohnt und konnten immer sehr gut schlafen.
Letztes Jahr wurde ca. 50 m von unserer Wohnung entfernt eine UMTS-Anlage von T-Mobile installiert, die ca. Mitte Dezember 2004 in Betrieb ging.
Anfang Januar 2005 hat sich mein Schlafverhalten und auch das meines Mannes grundlegend geändert. Bisher konnte ich stets sofort einschlafen und habe bis zum nächsten Morgen durchgeschlafen. Nun konnte ich plötzlich nicht mehr einschlafen. Wenn ich nach längerem Wachliegen endlich eingeschlafen bin, bin ich meistens schon nach ca. 1-2 Stunden wieder aufgewacht – meistens mit starken Schmerzen am ganzen Körper und dem Gefühl, als ob der ganze Körper unter Strom stünde. Am Morgen habe ich mich regelmäßig unausgeschlafen und wie gerädert gefühlt. Meinem Mann ging es ähnlich.
Der Aufenthalt in der Wohnung tagsüber führt seit Anfang Januar stets dazu, dass starke Kopfschmerzen auftreten. Diese gehen nach dem Aufenthalt außerhalb der Wohnung weg, kommen aber regelmäßig nach ca. 2-3 stündigem Aufenthalt in der Wohnung wieder. Ich habe in meinem Leben bisher Kopfschmerzen nur in seltenen Ausnahmefällen (z.B. bei einer starken Erkältung) gehabt.
Am schlimmsten sind die Beschwerden nachts. Es hat Nächte gegeben, in denen ich nicht eine Minute geschlafen habe! Die aggressive Strahlung verursacht außer Schmerzen am ganzen Körper oft auch Herzrasen, Übelkeit und innere Ruhelosigkeit.
Mitte Januar war ich aufgrund all der schlaflosen Nächte davor mit starken körperlichen Beschwerden soweit, dass ich meiner Arbeit nicht mehr nachgehen konnte. Ich möchte an dieser Stelle erwähnen, dass ich normalerweise eine sehr gute Gesundheit besitze und mindestens die letzten 5 Jahre keinen einzigen Tag wegen Krankheit gefehlt habe. Nun war ich körperlich und nervlich nur noch ein Wrack. Eine Blutuntersuchung am 20. Januar hat ergeben, dass meine Melatonin-Werte viel zu niedrig sind.
Mein Mann konnte durch die starke Strahlung auch kaum mehr schlafen und hatte Herzprobleme.
Seit Mitte Januar verbringen wir die Nächte fast nur noch außerhalb unserer Wohnung bei Verwandten, Bekannten oder in angemieteten Ferienwohnungen, weil die Nächte in unserer eigenen Wohnung der reinste Horror sind und wir unsere Gesundheit nicht in kürzester Zeit ruinieren wollen.
Ich kann mit absoluter Sicherheit sagen, dass meine Schlafstörungen und eine Reihe körperlicher Beschwerden, die früher nicht vorhanden waren, ausschließlich durch die Mobilfunkbestrahlung verursacht werden, denn bei Aufenthalt an anderen Orten habe ich weder Schlafstörungen noch irgendwelche körperlichen Beschwerden!
Die genauen Einzelheiten zu den Beschwerden/Erfahrungen seit Anfang Januar habe ich in einem Mobilfunktagebuch aufgeschrieben, das ich Ihnen gerne auf Anforderung zur Verfügung stelle.
Zusammenfassung:
Beginn und Art der gesundheitlichen Beschwerden:
Die Beschwerden haben ca. 2 Wochen nach Inbetriebnahme der UMTS-Anlage begonnen. Es handelt sich dabei um extreme Schlafschwierigkeiten bis zur totalen Schlaflosigkeit die ganze Nacht über, permanente Kopfschmerzen, Unwohlsein und Schmerzen am ganzen Körper, Herzrasen, Ruhelosigkeit, eingeschränktes Denkvermögen, Konzentrationsschwierigkeiten, starke Nervosität
Zusammenhang mit UMTS-Strahlen-Exposition:
die gesundheitlichen Beschwerden verschwinden vollständig bei Beendigung der Exposition
Die Belastung besteht seit ca. Mitte Dezember (Inbetriebnahme der Anlage)
Schutzmassnahmen:
Bisher ausprobierte Abschirmmassnahmen führten zu keinem oder nur geringem Erfolg. Bei Deexposition (Übernachtung an anderen Orten, Aufenthalt an anderen Orten) verschwinden die gesundheitlichen Beschwerden innerhalb weniger Stunden.
Über unsere Erfahrungen sind informiert:
Oberbürgermeisterin der Stadt R. und Umweltamt der Stadt R.
Die Eigentümer des Hauses U., auf dem die UMTS-Anlage steht
T-Mobile: Herr R.M.
Deutsche Funkturm: Herr B.
Herr M. von T-Mobile meinte zu unseren Beschwerden, dass diese vielfältige Ursachen haben könnten, aber mit Sicherheit nicht von der UMTS-Anlage kommen würden. Auf mehrfache Nachfrage, welche Ursachen das denn sein könnten, meinte er, dass z.B. eine neue Couch dafür verantwortlich sein könnte! Laut Herr B. von der Dt. Funkturm haben wir unsere Beschwerden gar nur deswegen, weil wir „fehlinformiert“ sind! – Was für eine Verhöhnung von Mobilfunkgeschädigten!
Aber damit nicht genug. Hinzu kommt noch, dass die Politik die verheerenden Auswirkungen des Mobilfunks, die wir seit Anfang Januar schmerzlich erfahren müssen, einfach nicht zur Kenntnis nehmen will. Wo bleibt unser Recht auf körperliche Unversehrtheit und der Schutz unseres Eigentums? Wir können uns derzeit aussuchen, ob wir es vorziehen in kürzester Zeit schwer zu erkranken oder lieber auf die Nutzung unserer Eigentumswohnung verzichten wollen. Der Staat lässt uns vollkommen im Stich!
Mit freundlichen Grüßen
Frau n.n. 21.3.05
PS: Mit der Veröffentlichung dieses Schreibens bin ich einverstanden.
n.n. 22.3.05
Seit anfang Februar 2005 werde ich durch ein Telekom Tochterunternehmen
bei einem Projekt zur Erfassung von Mobilfunkanlagen beschäftigt.
Im Verlauf dieser Tätigkeiten ist es erforderlich Dächer bei laufenden
Anlagen zu begehen, teils um die darauf stehende Sendetechnik zu
begehen. Pro Tag erreicht man damit etwa 10-14 Standorte und befindet
sich pro Standort 10 Minuten im unmittelbaren Feld von 2-10m bei den
Antennen.
Nach 6 Stunden dieser Tätigkeit beginnen dumpfe Kopfschmerzen im oberen
Bereich, diese halten nach Feierabend 2-3 Stunden an. Nach 2-3 Tagen
dieser Tätigkeit beginnen unerklärliche Nackenschmerzen, über den
Arbeitstag verstärken sie sich und übers Wochenende lassen sie wieder
nach. Es fühlt sich an als hätte man Zug bekommen und läuft als
Dauerzustand.
Bei UMTS Anlagen kommt es ferner zu Nervenreizungen von überkronten
Zähnen, diese halten nach Feierabend 6-12 Stunden an, werden über die
Woche zum Dauerzustand bis endlich Wochenende erreicht ist.
Die Kopfschmerzen lassen sich vermeiden wenn man eine Kappe mit Alufolie
darin trägt.
Die beschriebenen Effekte berichten mir alle Kollegen die im gleichen
Projekt beschäftigt sind. Die Firma hat offiziell nur ein Warnhinweis
herausgegeben, das Abstände unter 50cm von laufenden Antennen über 8
Stunden zu vermeiden sind. Angesichts der gesundheitlichen
Beeinträchtigungen durch so kurze Aufenthalte im starken Strahlungsfeld
halte ich die Mobilfunktechnik für eine akute Gefahr.
Der weiteren Verarbeitung der angegebenen Daten stimme ich zu.
Mit freundlichen Grüssen
n.n. 22.3.05 (mit Nackenschmerzen)
Dr. Ing. Dipl. Phys. n.n. 9.05
Ich rauche nicht, trinke keinen Alkohol, bin schlank, sportlich und esse sehr ausgewogen.
Doch wie aus heiterem Himmel änderte sich mein Gesundheitszustand und Wohlbefinden dramatisch, ich fühlte ich mich in zunehmendem Maße krank: "Irgend etwas ist in mir!" Die ersten Symptome hatte ich 1999/2000, schlechter Schlaf, Tagesmüdigkeit, müde Augen, Kopfschmerzen, Lustlosigkeit, Nervosität... Nur wußte ich die Ursache meiner Krankheit nicht. Die Symptome nahmen unter Schwankungen zu, Konzentrationsstörungen, undefinierbare, wechselnde, Nervenschmerzen, Augapfelschmerzen, ewiges Dröhnen in meinem Kopf, Pulsieren über den Schläfen, Herzrasen beim Schlafen, Ohrklingeln, schmerzende Lymphknoten, das Gefühl physisch und psychisch krank zu sein...
Früher war ich nachweislich ein leistungsfähiger, fleißiger, risikobereiter und zuversichtlicher Mensch. Dies hat sich durch obige Symptome in pure Lustlosigkeit und Müdigkeit gewandelt.
Im Sommer 2002 machte ich einen mehrwöchigen Camping-Urlaub an der französischen Atlantikküste. Mein Handy hatte dort keinen Empfang. Niemand hatte Netzempfang.
Ich wußte nicht warum, aber von Tag zu Tag brauchte ich weniger Schlaf. Ich fühlte mich immer wohler und sang sogar wieder unter der Dusche - wie früher! Die Welt wurde wieder bunt und schön. Nach wenigen Tagen war ich der "alte", lebenslustig, zuversichtlich, fast übermütig. Ich bin wieder in die größten Wellen und habe mein Leiden schnell vergessen. Ich schmiedete gleich wieder Pläne nach diesem Urlaub die Fassade des Hauses meiner Mutter noch vor Ihrem 60.ten Geburtstag zu renovieren - aber die Fassade ist heute noch nicht renoviert.
Denn als ich wieder nach Hause kam ist bei mir im September 2002 meine "Sensibilität" gegenüber den modulierten HF-Signalen des Mobilfunkes ausgebrochen. Ein ungewöhnlich starker Tinnitus, den ich "Hirnsausen" nenne. Ich bezeichne damit die schrillen Geräusche im gesamten Kopfbereich über den Ohren bis in den Nacken. Je nachdem wo und in welchen "Feldern" ich mich bewege verändern sich die Geräusche, in der Höhe (Frequenz), Lautstärke und auch in der Fläche des Kopfbereiches, wo ich sie wahrzunehmen scheine. Diese unentwegten Geräusche hören sich teilweise sehr "elektrisch" an.
So kam es, daß ich zum erstenmal den Mobilfunksender gegenüber meiner Dachgaube in Betracht zog, die Ursache meines Leidens zu sein - von den anderen beiden Sendern in der Kirche und am Sportplatz wußte ich noch nichts.
Meine Symptome ab ca. 1999
Zähneknirschen bei Nacht, geblendet fühlen vom Tages-/Sonnenlicht,
hypersensibles Geruchsempfinden (Supernase), Lärmempfindlichkeit
kein erholsamer Schlaf, verkatertes & verspanntes Aufwachen
Tagesmüdigkeit, Energielosigkeit, Unlust, Konditionslosigkeit
Schreckhaftigkeit, innere Unruhe, Gereiztheit, Nervosität
ständiger Regenerationsbedarf, chronische Erschöpfung
Konzentrationsstörungen, Vergeßlichkeit, aber Denkzwang
schlaffes Bindegewebe, besonders um die Augen
müde, kleine, entzündete Augen, starke Augapfelschmerzen
Benommenheit, Kopfdruck, Kopfschmerzen, steifer Nacken
ewiges Dröhnen im Kopf, Pulsieren über den Schläfen, Ohrklingeln
Hirnsausen, Herzklopfen beim Schlafen, schmerzende Lymphknoten
depressive Verstimmung, chronisches Nasenbluten (in der Nacht)
Infektanfälligkeit, sehr langsame Wundheilung, Haarausfall
Nerven- und Weichteilschmerzen
Gelenk- und Gliederschmerzen
Das Gefühl einer permanenten, leichten Gehirnerschütterung
Das Gefühl physisch und psychisch krank zu sein
Als Physiker machte ich daraufhin verschiedenste Experimente.
Letztlich bewiesen habe ich mir den kausalen Zusammenhang durch viele Reisen in teilweise "unwirkliche" nicht mobilfunkversorgte Regionen bzw. Plätze. Durch das Aufsuchen und Finden von mehreren, unterschiedlichen Orten, an denen alle meine Symptome binnen weniger Tage und Wochen abklangen und ganz verschwanden konnte ich eindeutig die Mobilfunkstrahlung als die Ursache meines Leidens bestätigen. Meine besondere "Sensibilität" - mein "Hirnsausen" - erleichterte mir dabei die Suche wesentlich. Diese Orte waren oft nur mit dem Zelt "bewohnbar".
Wenn man sich an den schönsten Orten dieser Welt miserabel fühlt, und diese Orte sind gut und vielseitig mit Mobilfunkstrahlung ausgeleuchtet, wenn man sich an den unwirklichsten Orten pudelwohl fühlt und alle obigen Symptome verschwinden binnen weniger Tage, nur weil es hier keinen Netzempfang gibt, dann hat man keinen Zweifel mehr, insbesondere, wenn man die Experimente beliebig wiederholen kann.
Nun schlafe ich seit etwa zwei Jahren im Zelt an mobilfunkarmen Plätzen - bei jedem Wetter. Nur so kann ich halbwegs erholsamen Schlaf finden, um tagsüber ein wenig "Lebensenergie" zu besitzen. Dennoch liegt meine Leistungsfähigkeit heute nur bei etwa 10% verglichen mit der vor 10 Jahren.
Mein derzeit größter Wunsch ist (neben Kindern, die ich heute zu versorgen gesundheitlich nicht in der Lage wäre) - eine öffentlich garantierte "Mobilfunkversorgungslücke", möglichst von einem Gebirge umgeben, damit mobilfunkerkrankte Menschen dort hinziehen und ein halbwegs menschenwürdiges Leben führen können.
Meine ausführliche Leidensgeschichte habe ich zusammengeschrieben und will sie in Kürze auch im Internet veröffentlichen.
Dr. Ing. Dipl. Phys
n.n. 9.05
Kasuistik 2: ( 22.März 2005 )
Dr. med. Gerd Kleilein (Internist)
Mein jetzt zehnjähriger Sohn Jan klagte etwa seit dem Jahr 2000 nahezu täglich über Kopf-schmerzen. Ich habe ihn als Arzt wiederholt untersucht und keine körperlichen Auffälligkeiten festgestellt. In der Schule hatte mein Sohn keine Lernprobleme, allerdings hatte er täglich Probleme bei den Hausaufgaben. Er saß an seinem Schreib-tisch in unserem Wohnzimmer, jammerte, dass er sich nicht wohl fühle. Er wollte ständig eine Pause machen, war lustlos, klagte über Kopfschmerzen und benötigte für eine “normale“ Hausaufgabe etwa drei bis vier Stunden. Sowohl meiner Ehefrau – einer Grundschullehrerin – als auch mir als Arzt war völlig unerklärlich, wieso ein Schüler, der sehr gute Schulnoten erhielt, derartige Schwierigkeiten bei der Anfertigung der Hausaufgaben hatte.
Ich war völlig unbedarft gegenüber Mobilfunk-technologie und elektromagnetischer Strahlung. Berichte, dass dadurch irgendwelche gesund-heitlichen Probleme verursacht werden könnten, betrachtete ich eher als “Spinnerei“. Ich selbst benutzte ein Handy, wir hatten auch in unserem Haus seit etwa 1999 ein schnurloses Telefon (DECT). Das änderte sich, als wir im Juli 2004 erfuhren, dass ein Mobilfunkmast in unmittelbarer Nähe unseres Anwesens aufgestellt werden sollte. Ich erkundigte mich über mögliche Auswirkungen elektromagnetischer Strahlen auf die Gesundheit. Was ich dazu im Internet fand, war alarmierend und erschreckend zugleich. Mir wurde erstmals bewusst, dass die Basisstation unseres DECT-Telefons direkt neben dem Schreibtisch meines Sohnes stand, der Abstand zwischen Basisstation und Schreibtischstuhl betrug weniger als 70 cm. Wir haben als Erstmaßnahme unser altes Schnur-telefon aus dem Keller geholt und das DECT-Telefon abgebaut und entsorgt. Mein Sohn ist seitdem wie “ausgewechselt“, er hat in den vergangenen sieben Monaten nur noch an zwei oder drei Tagen über Kopfschmerzen geklagt und seine Hausaufgaben fertigt er jetzt innerhalb von etwa einer halben Stunde an.
Im Nachhinein haben sich auch die Durchschlaf-störungen meiner Ehefrau gegeben und auch mein 16-jähriger Sohn gab spontan an, deutlich besser zu schlafen. Er schlief genau ein Stockwerk unter unserer DECT-Basisstation, meine Ehefrau und ich haben unser Schlafzimmer genau oberhalb der DECT-Basisstation. Sonderbarerweise habe ich selbst außer gelegentlichem morgendlichen Kopf-drücken kaum konkrete Beschwerden verspürt. Für mich ist dieses persönliche Erlebnis ein klarer Beweis, dass elektromagnetische Strahlung auch im nicht-thermischen Bereich gravierende Auswir-kungen auf den Menschen haben kann.