David siegt gegen Goliath

Antennenanlage in der Johannes-Machem Strasse 5, 63456 Hanau-Steinheim

Dezember 1996

ohne vorherige Ankündigung baut die Firma drei Mobilfimkantennen
auf das Dach des 5-geschosseigen Gebäudes unserer Wohnanlage.
Wir selbst, sowie unsere Tochter mit Familie (2 Erwachsene, 3 Kinder)
wohnen in diesem Gebäude.

In diesem Gesamtkomplex der Wohnanlage (Gebäude mit fünf, vier und drei Etagen in Hufeisenform) wohnen 72 Familien. Im Innenbereich der Wohnanlage befindet sich ein Kinderspielplatz. Ebenfalls in unmittelbarer Nachbarschaft ist eine Kindertagesstätte mit Hort

April 1997

Erste Gesundheitsprobleme machen sich bemerkbar.
Unsere Enkeltochter (seinerzeit 9 Jahre alt) bekommt eine Form von
epileptischen Anfällen. Diese zeigen sich vom plötzlichen Aussetzen des
Bewegungsablaufes. In dem Zeitraum von wenigen Sekunden bis zur einer Minute
verharrt sie starr, ist nicht ansprechbar. die Augen sind verdreht Diese Anfälle
wiederholen sich mehrere Male in einer Stunde und sind aber den Tag verteilt.
Bei der Behandlung durch die Ärzte (auch Neurologe) wurde auf die Antennenanlage
hingewiesen. Laut Aussage der Ärzte könnte ein Zusammenhang der Anfälle und der
Antennenanlage bestehen, dies sei aber nicht nachweisbar.
Die Krankheit wird mit starken Medikamenten behandelt Es folgen halbjährliche
Kontrollen. Die medikamentöse Behandlung wird Ende 2003 probeweise ausgesetzt.

Juni 1997
Enkelsohn (7 Jahre) bekommt einen schweren Migräneanfall auf dem Spielplatz der Wohnanlage. Die Migräneanfälle häufen sich und sind verbunden mit Erbrechem, Schwindel und Sehstörungen. Eine Behandlung erfolgt mit Tabletten und Ruhezeiten in einem abgedunkelten Zimmer.

Im Herbst 1998
Es wird zusätzlich noch eine größere und höhere Antenne des Betreibers Viag installiert.

Juli 2000

Bei unserer Tochter zeigen sich ebenfalls starke Migräneanfälle und Schlafstörungen.

Innerhalb der Nachbarschaft der Wohnlage spricht sich herum das es in den Familien Gesundheitsprobleme gibt. Diese haben vor den Antenneninstallationen nicht bestanden.
Um festzustellen, ob die gesundheitlichen Probleme in jeweils gleichartiger Weise in der Nachbarschaft auftreten, werde ich gebeteten, eine Umfrage zu starten. Wir fertigten eine Liste an in die die Befragtenin unserem Beisein ihre Gesundheitsprobleme eintragen konnten. Unsere Frage lautete: Haben Sie nach Aufbau der Mobilfunkantennen Gesundheitsprobleme Wenn ja, welche ? Wir haben 33 Familien, also fast die Hälfte der Familien welche in der Anlage wohnen beftagt.
Es stellte sich heraus, das viele der Annahme waren, es handelt sich bei den Antennen um Fernsehantennen. Die Auflistung der Gesundheitsprobleme versetzte uns in Alarmbereitschaft. So hatten fast alle, wem sie zu Hause waren, sehr starke Kopfschmerm mit Schwindel. Sehr starke Schlafstörungen. Sehr starke nervöse Unruhe, auch in der Nacht. Alles nur medikamentös in den Griff zu bekommen. Zwei schwere psychiatrische Fälle. Ausganspunkt: Kopfschmerzen, Schlafstörung, Depressionen. Endstation: ambulant und stationär in Psychiatrie Hanau mit anschließendem Kuraufenthalt. Nach Rückkehr der Patienten in den häuslichen Bereich, traten die gleichen Aussgangsprobleme auf . Wieder schwere Rückfalle erlitten.

ab Mai 2001
In den Abendstunden bekommt mein Mann starkes Hautjucken. Meine Nerven spielen zu Hause wie verrückt; fühle mich wie aufgezogen. Konzentrationsmörungen und alle vorher genannten Symptome nehmen bei allen Hauasbewohnern stark zu. Außerhalb der Wohnungen geht es uns allen gut; zu Hause schlecht. Immer mehr Männer bekommen Schlafprobleme. Sind vorher nicht aufgetreten. Viele Kinder haben am Morgen beim Aufstehen bereits Kopfschmerzen. Müssen Medikamente, einnehmen. Bereits 5-jährige gehören dazu. Auch unser dritter Enkel (6 Jahre) ist inzwischen mitbetroffen. Kinder sind alle sehr Hyperaktiv und aggressiv. Unsere Tochter hat abends und auch in der Nacht starkes Hautjucken und Brennen an den Fußsohlen. Alle Beschwerden treten bei vielen Personen zur gleichen Tages- oder Nachtzeit auf.
Ein Leuchten von drei Antennen (Mannesmann) wird von uns allen beobachtet. Eine Reflexion der Sonnenstrahlen kann es nicht sein, da das Leuchten auch bei trübem und regnerischem Wetter vorhanden ist Eine Nachfrage seitens der Baugenossenschaft bei den Betreibern der Antennenanlagen wird ein Leuchten der Antennen kategorisch ausgeschlossen. Es sei eine optische Täuschung. Unsere Vermutung ist, das das Leuchten durch eine extrem hohe Leistungsbeanspruchung der Antennen zustande kommt. Inzwischen leiden viele Kinder unter sehr starkem Nasenbluten, welches auch in der Nacht auftritt.
Auch von der städtischen Kindertagesstätte wird mir dieses Krankheitsbild von einer Erzieherin zugetragen. Später aber merkwürdigerweise von der Leiterin dementiert.

Neuzugezogene, von uns extra nicht auf unsere Gesundheitsprobleme angesprochen, weil wir die neuen Nachbarn nicht beeinflussen wollten, klagen einige Monate nach dem Einzug aber die gleichen Gesundheitsbeeinträchtigungen wie wir.

Januar 2002
Dritter psychiatrischer Fall, gleicher Verlauf wie am Anfang berichtet,
wird bekannt.
Diese Krankheit tritt bei einer Mitarbeiterin der Baugenossenschaft auf
Der Arbeitsplatz der Mtarbeiterin befindet sich in dem Verwaltungsgebäude
der Genossenschaft welches in mmttelbarer Nähe der Wohnanlage mit seinen
Antennen ist. Die Mitarbeiterin geht anschließend in Frührente.
Seit die Frau nicht mehr an ihrem Antennen-Arbeitsplatz ist, sind diese
Gesundheitsprobleme verschwunden.
Das Hautucken und Kribbeln auf der Haut und an den Beinen meines Mannes nimmt
zu Hause immer mehr zu. Es äußert sich durch sog. Gänsehaut und aufrecht stehende
Körperhaare
An den Wochenenden ist es besonders extrem, da er an den Wochentagen außer
Haus am Arbeitsplatz ist

Frühjahr 2002
Beide Enkel, inzwischen 8 bzw. 13 Jahre, leiden unter sehr starker Legastenie. Nachfragen ergeben das gleiche Krankheitsbild bei anderen Kindern. Konzentrationsstörungen und "bleierne" Müdigkeit am Tag nehmen bei den Erwachsenen zu.

2003
Nachts treten vermehrt Wadenkrämpfe auf. Auch bei meinem Mann. Ab den frühen Morgenstuinden liegen viele schlaflos im Bett.

Herbst 2003
Da die gesundheitlichen Probleme in der Familie meiner Tochter unverändert groß sind, bzw., verstärkt auftreten (Legastenie, Kopfschmerzen, Schlafstörungen usw.usw.) beschließt die Familie einen Wohnungswechsel vorzunehmen. Auch wir planen einen Umzug, da es auch für uns wichtig ist, die Gesundheitsprobleme, welche wir auf die Antennen zurückführen, zu beseitigen.

2004
Ende März zieht meine Tochter mit Familie aus.
Ende Mai nehmen auch wir einen Wohnungswechsel vor

Herbst 2004
Bei einer Nachuntersuchung bei beiden Enkeln wird keine Legastenie mehr festgestellt. Im Gegenteil, es wurde festgestellt, dass der jüngste Enkel (10 Jahre) einen IQ von 112 hat, und beide Jungen für den Besuch der Realschule vorgeschlagen wurden. Auch die epileptischen Anfälle meiner Enkeltochter sind nicht mehr vorgekommen.

2005
Seit dem Wohnungswechsel im März und Mai 2004 konnten wir feststellen das weder bei der Familie unserer Tochter sowie bei uns gesundheitliche Probleme, wie in den vorstehenden Ausführungen geschildert, nicht mehr aufgetreten sind. Dies ist für uns der Beweis das von den Antennenanlagen für Mobilfunk eine gesundheitliche Gefährdung ausgeht.

In diesen Tagen wurde die erste Antennenanlage, welche noch 15 Jahre in
Betrieb sein sollte, durch Gerichtsbeschluss verfügt, abgebaut.

Den Abbau der noch vorhandenen zweiten Antennenanlage erwarten wir in Kürze.

Hanau-Steinheim, den 22.Mai 2005

Monika Oechsle