Aargau gegen AKW
19.05.2007
Quelle: Geri Müller
In der Schweiz wird der Aargau überwiegend als Kanton von AKW-Befürwortern wahrgenommen, in dem sich die möglichen Standortgemeinden um ein weiteres Atomkraftwerk streiten. Diese Sicht entspricht nicht den Tatsachen. Ein grosser Teil der Bevölkerung wehrt sich gegen neue Atommeiler und die Baugelüste der Stromkonzerne und befürwortet den Umstieg auf saubere und nachhaltige Energiequellen - sicher gehören auch Sie dazu. Um Ihnen und weiteren umweltbewussten Aargauerinnen und Aargauern eine Stimme zu geben und den Widerstand gegen einen Ausbau der Atomenergie auszudrücken, ist diese Woche die von Nationalrat Geri Müller initiierte Plattform "Aargau gegen AKW" gegründet worden.
Diese Plattform ist unabhängig von Partei und Interessen und bezweckt, das Bild des atombegeisterten Kantons zu korrigieren und ein starkes Signal an die schweizerische Öffentlichkeit sowie die im Kanton ansässigen Stomkonzerne zu senden. Dazu brauchen wir möglichst viele fortschrittlich Denkende, die das beiliegende Grundsatzpapier unterzeichnen.
Tragen auch Sie zu einem differenzierten und nachhaltigen Aargau bei! Senden Sie uns das ausgefüllte "Grundsatzpapier Aargau gegen AKW" möglichst bald zurück oder antworten Sie kurz auf dieses Mail. Bitte geben Sie auch an, ob wir Ihren Namen in diesem Zusammenhang öffentlich erwähnen dürfen - wir wären froh darum!
Mit Ihrer Unterstützung gehen Sie keinerlei Verpflichtungen ein.
Und: Sagen Sie's weiter - das Grundsatzpapier kann auf www.geri-mueller.ch heruntergeladen und an uns retourniert werden. Oder einfach ein Mail an info@geri-mueller.ch senden. Für alle, die uns noch tatkräftiger zur Seite stehen wollen: Postkonto 60-73916-4, Vermerk "Aargau gegen AKW".
Ganz herzlichen Dank!
Freundliche Grüsse,
Aargau gegen AKW
c/o Geri Müller, Nationalrat, CH-5400 Baden
Grundsatzpapier „Aargau gegen AKW“
Hier als PDF [33 KB]
1. Neubau von Atomkraftwerken
Die Stromwirtschaft und verschiedene, den Stromproduzenten nahe stehenden politische Akteure verlangen den Bau von einem oder mehreren neuen Atomkraftwerken, um eine angebliche zukünftige „Stromlücke“ auf dem schweizerischen Strommarkt zu decken. Die schweizerische Stromversorgung braucht jedoch kein neues AKW. Mit geeigneten Sparmassnahen und alternativen, umweltfreundlichen Energieträgern kann eine sichere Deckung des Strombedarfes der schweizerischen Bevölkerung und Wirtschaft auch in Zukunft gewährleistet werden. Dies ist auch der Fall, wenn ab dem Jahr 2012 die bestehenden Atomkraftwerke die Stromproduktion nach und nach einstellen.
2. AKW-Betriebsbewilligungen
Heute verfügen alle Atomkraftwerke der Schweiz ausser dem AKW Mühleberg über eine unbefristete Betriebsbewilligung. Die Betreibergesellschaft des Atomkraftwerkes Mühleberg hat 2005 ebenfalls ein Gesuch für eine unbefristete Betriebsbewilligung eingereicht. „Aargau gegen AKW“ lehnt Betriebsbewilligungen ohne zeitliche Befristung grundsätzlich ab. Für die Sicherheit dieser potenziell äusserst gefährlichen Anlagen kann nicht a priori und für Jahrzehnte im Voraus gewährleistet werden. Abnutzungserscheinungen und unvorhergesehene Ereignisse (Erdbeben, Flugzeugabsturz) stellen ein reales Sicherheitsrisiko dar.
3. Fossile Brennstoffe
Fossile Brennstoffe sind keine Alternative für die Stromerzeugung nach einer allfälligen Stilllegung der schweizerischen Atomkraftwerke. Die Umweltbelastungen, die bei der Förderung, Verarbeitung, Transport und Nutzung dieser Brennstoffe anfallen, insbesondere bezüglich der enormen Treibhausgasemissionen, sowie die begrenzte Verfügbarkeit und abnehmende Reserven schliessen fossile Energieträger im Hinblick auf eine nachhaltige Energieentwicklung der Schweiz als Ersatz für nuklear erzeugten Strom aus. Szenarien für einen CO2-neutralen Ausstieg aus der Atomenergie liegen vor.
4. Energie-Effizienz und Erneuerbare Energien
Der ansteigende Stromverbrauch der Schweizer Bevölkerung kann – ohne Komforteinbusse – durch einige naheliegende Massnahmen gebremst, der Stromverbrauch insgesamt auf längere
Frist sogar gesenkt werden. Deshalb tritt „Aargau ohne AKW“ dafür ein, mit geeigneten Instrumenten die Energieeffizienz in der Schweiz drastisch zu verbessern. Parallel dazu sollen erneuerbare Energien wie Wind, Sonne, Biogas und Erdwärme in grossem Umfang gefördert werden und längerfristig die gesamte atomare Stromerzeugung ersetzen.