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Antennenproblem in Akrotiri auf Zypern

01.03.2007

Akrotiri auf Zypern und sein Problem mit den Antennen der britischen Militärbasis
übersetzt und zusammengefasst: Evi Gaigg

Zum besseren Verständnis hier kurz die Vorgeschichte zu den Ereignissen in Akrotiri:
Akrotiri ist eine Halbinsel auf Zypern und ein Naturreservat der Kategorie 1, denn es besitzt einen Salzsee, liegt auf der Hauptroute von Zugvögeln und dient wissenschaftlichen Zwecken für Vogelbeobachtung. Nach der Unabhängigkeit Zyperns hat Grossbritannien eine grosse mit Antennen bestückte Landfläche für Militärbasen behalten und ist eines der grössten Spähzentren der Welt. Überdies werden alle Arten von Umwelt-Zeitbomben und Giften für ganze Jahrzehnte dort gelagert.

Einem Augenzeugenbericht von der auf Zypern lebenden Pat Radnor Kyriacou vom 4. Juli 2001 zufolge, wollte man dort zusätzlich einen 96 Meter hohen Mast und ganze Antennenvorhänge in einer Breite von 196 Metern errichten. Die Einwohner wehrten sich aus gesundheitlichen Gründen vehement gegen dieses £250 000 teure Projekt, stiessen aber beim britischen Militär auf taube Ohren. Die Proteste waren massiv. Dr. Matsakis, von Beruf Pathologe und Abgeordneter des zypriotischen Parlaments, der als solcher Immunität besass, schnitt damals, gleichsam als symbolische Geste der Solidarität mit dem Volk, den Drahtzaun durch und kletterte aus Protest auf einen Antennenmast. Er wurde daraufhin in Handschellen abgeführt und - wohlgemerkt im eigenen Land - in ein englisches Gefängnis verfrachtet.

Das aufgebrachte Volk, verlangte umsonst seine sofortige Freilassung. Die Sache geriet wegen der von den Briten zur Schau gestellten Arroganz völlig ausser Kontrolle. 500 griechischen Zyprioten denen britische Truppen gegenüber standen, warfen Steine und Stöcke gegen die britische Militärbasis und zerstörten eine Polizeistation. Überdies gab es verletzte Polizisten und einen Schaden von C£100 000 - an demolierten Militärfahrzeugen. Einem Bericht des Fernsehsenders SIGMA TV zufolge, hatten zuvor schon 1000 Einwohner die Tore an der Episkopi-Basisstation durchbrochen und Fahrzeuge in Brand gesteckt, den Helikopter löschen mussten.

Ihr Protest richtete sich gegen die für das Jahr 2003 aufzustellenden 6 Masten wegen der Angst, ihre Kinder könnten gesundheitlich geschädigt werden und wegen ihrer Besorgnis um die Zugvögel. Britische Behörden bestreiten, dass es gesundheitliche Risiken gebe. Die Antennen seien für das globale UK-Militär-Kommunikations-Netzwerk bestimmt. In Zypern sind 3500 britische Soldaten stationiert. Nach längeren Protesten wurde Dr. Matsakis schliesslich frei gelassen. Soweit die Vorgeschichte, hier die vorläufige Fortsetzung:

Einwohner zweifeln die Ergebnisse der £250,000 teuren Antennen-Studie an
Von Alexis Saoulli (Cyprus Mail 2007), via E-Mail übermittelt am Montag, 29. Januar 2007 von Iris Atzmon
deutsche Übersetzung: Evi Gaigg

Ungeachtet gegenteiliger medizinischer Behauptungen machen nun die Bewohner von Akrotiri die britische Antennenbasis „Pluto“ vor ihren Haustüren für das angestiegene Krebsaufkommen verantwortlich. Untersuchungen wollen keinen Zusammenhang gefunden haben, ausser dass Einwohner vermehrt an Migräne, Kopfschmerzen, Schwindel und Depressionen litten.

Gesundheitsminister Charis Charalambous präsentierte die im Juni 2005 fertiggestellten Studienresultate der Bristol Universität, in welcher die Orte Akrotiri, Asomatos und Kyvides einbezogen waren, gemeinsam mit dem vom Ministerium medizinisch beamteten Arzt Dr. Andreas Georgiou am Donnerstagabend. Charalambous rügte die unakzeptable Bürokratie bei der Verzögerung, mit der die Bewohner über die Ergebnisse informiert wurden. Um sich ein besseres Bild über die Antennen zu verschaffen, würden, die Messungen der elektromagnetichen Felder in einer vertieften Studie fortgesetzt.

Gemäss Georgiou sei die Antenne nicht am Krebsaufkommen schuld, genauso hätten die gehäuften Fälle von Kopfschmerzen, Migräne , Schwindel und Depressionen andere Ursachen, z.B. die häufigen Überflüge von Flugzeugen. Die Einwohner blieben bei ihren Zweifeln am Wert dieser Studie, denn in den vergangenen zwei Jahren seien einige Menschen an Krebs gestorben und andere litten daran. Sie drückten auch ihre Besorgnis darüber aus, dass niemand dafür garantieren konnte, die Briten hätten ihre Sendungen so reduziert, dass sie innerhalb der erlaubten Grenzwerte lägen.

Während der Diskussion ergab sich, dass die Briten sich nicht an die Abmachung mit der Regierung gehalten hätten, nur eine Antenne zu benutzen, sondern dass seit dem Terroristenanschlag vom 11. September beide Antennen gleichzeitig in Betrieb seien. Der für die Antennenbasis Verantwortliche sagte, es sei die Meinung der Basis-Administration gewesen, mit der Regierung zusammen zu arbeiten und spezielle Empfehlungen mit den Forschern auszuarbeiten und weiterhin Messungen durchzuführen. Inzwischen versicherte Charalambous die Einwohner, ihre Anliegen ernst zu nehmen und sie über weitere zu unternehmende Schritte zu informieren.