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PM: Akute Gesundheitsgefahr in Oberammergau

Pressemitteilung Oberammergau, den 18.11.06

Dipl. Ing. W. Funk, Oberammergau
Pfarrer C. Häublein , Oberammergau
M. Bühner, Allgemeinarzt, Oberammergau
G. Seus, Allgemeinarzt, Oberammergau
Dr. med. C. Waldmann-Selsam, Bamberg

Kontakt:
W. Funk, Welfengasse 10, 82487 Oberammergau
Tel.: 08822-94160 Fax: 08822-94125, Email: werner.funk.o-gau+t-online.de
C. Häublein, Theaterstr.10, 82487 Oberammergau
Tel.: 08822-93030

Pressemitteilung

Akute Gesundheitsgefahr in Oberammergau nach Aufrüstung mehrerer bestehender Sender mit GPRS-EDGE
Sehr geehrte Damen und Herren,
in Oberammergau hat sich die Lage im Zusammenhang mit Gesundheitsschäden durch gepulste hochfrequente elektromagnetische Felder ausgehend von Mobilfunksendestationen zugespitzt.

Seit Ende August 2006 bzw. bei Urlaubern nach Rückkehr im September sind bei vielen Einwohnern, auch beim Pfarrer, unerklärliche, unerträgliche Symptome (extreme Schlafstörungen, Herzrasen, Blutdruckanstieg, Kopfschmerzen, Vibrieren, Zittern, Schwitzen, Brennen, Orientierungslosigkeit, Denkunfähigkeit, Erschöpfung, Hörverlust, Ohrendruck, Augenentzündungen, Nervenschmerzen u.a.) aufgetreten. Mehrere Menschen können sich nicht mehr in ihren Wohnungen aufhalten und müssen funkarme Stellen für die Nacht aufsuchen. Kinder sind hyperaktiv geworden.
Seit 3-4 Jahren sind Krankheitshäufungen, auch Tumorerkrankungen, im Umkreis der Mobilfunksender aufgetreten.

Für Dipl. Ing. W. Funk aus Oberammergau war es zunächst unerklärlich, da er keine Zunahme der Feldstärke gegenüber den Messwerten bis Juli 2006 feststellen konnte. Mittlerweile hat er ein Gerät, mit welchem er die Modulationsfrequenz von 10 Hz erfassen kann. Außerdem hat er von T-mobile erfahren, dass das neue System GPRS-EDGE im Ammertal in Betrieb gegangen ist. (T-Mobile informierte die Gemeinden im Ammertal, dass zur Modernisierung der GSMNetztechnologie die Notwendigkeit bestehe, vorhandene Systemtechnik auszutauschen. Die Arbeiten an den Anlagen wurden ca. Mitte bis Ende August vorgenommen.)

Am Freitag, den 10.11.06 berichtete die Zeitung über die neu aufgetretenen Gesundheitsprobleme etlicher Einwohner (s. Artikel). Daraufhin wendeten sich weitere leidende Einwohner an ihre Hausärzte, an Herrn Funk, an den Pfarrer, an den Bürgermeister und an das Gesundheitsamt in Garmisch-Partenkirchen.

Am 11.11.06 baten einzelne Betroffene bei der Ärztetagung Mobilfunk und Gesundheit in Murnau um Hilfe. Daraufhin besuchte Dr. C. Waldmann-Selsam am Sonntag, den 12.11.06 den Pfarrer und vier weitere Haushalte.

Am Montag, den 13.11.06 berichteten Herr Funk und Dr. C. Waldmann-Selsam um 11 Uhr dem Bürgermeister von dem Ernst der Lage. Er informierte das Gesundheitsamt sowie seine Bürgermeisterkollegen und den Landrat bei einer Besprechung am Nachmittag desselben Tages. Er teilte mit, dass er sich für eine Abschaltung des neuen Systems auf den T-Mobile-Standorten einsetzen werde und dass er gewillt sei, die Abschaltung des Mobilfunksenders auf dem gemeindeeigenen Kleinen Theater durchzusetzen. Am Nachmittag des 13.November haben 12 Bürger Anzeige wegen Körperverletzung
erstattet (s. Zeitungsartikel).

Am Dienstag, den 14.11.06 haben sich die Symptome bei Einigen verstärkt. Immer mehr Bürger melden sich. Oberammergauer Ärzte fordern telefonisch vom Bürgermeister und vom Gesundheitsamt Eingreifen.
Frau Sohmer, eine durch ihren Arbeitsplatz besonders funkgeschädigte Frau, musste sich bereits nachmittags wegen unerträglicher Kopfschmerzen und Ohrendruck mit Hörverlust in den Wald an eine funkarme Stelle begeben.

Am 15.11.06 frühmorgens benötigte Frau Sohmer den Notarzt, da beginnende Krämpfe in den Händen das Absinken des Calcium-Spiegels anzeigten. Weiteres Absinken des Calciumspiegels kann zu lebensbedrohlichen Zuständen führen. Um 12 Uhr wurde Minister Dr. W. Schnappauf über die akute Gesundheitsgefahr informiert. Er wurde aufgefordert unverzüglich mitzuteilen, an welchen nächstgelegenen funkfreien Ort
sich die schwer Betroffenen begeben könnten. Er wurde aufgefordert einzuschreiten und die Körperverletzung zu beenden.

Am 16.11.06 erhielt das Gesundheitsamt und die Polizei eine Mitteilung über Messungen des Ingenieurbüros Funk und eine ärztliche Stellungnahme über Erkrankungen in Oberammergau und viele weitere Unterlagen der oberfränkischen Ärzte und des Ärztlichen Qualitätszirkels für Elektromagnetische Felder in der Medizin. Die Stellungnahme ging auch per Fax an Minister Dr. Schnappauf.

Am 17.11.06 teilte der Leiter des Gesundheitsamtes von Garmisch-Partenkirchen in einem Telefonat mit, dass er sämtliche Unterlagen an den Landrat, die Regierung von Oberbayern
und das Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz weitergeleitet habe. Er habe angefragt, wie er vorgehen solle und um fachliche Unterstützung gebeten.

Staatsminister Dr. W. Schnappauf hatte bereits im Februar 2006 einen ausführlichen Bericht aus Oberfranken über beunruhigende ärztliche Beobachtungen im Umkreis von Mobilfunksendeanlagen erhalten. Adressen vieler Betroffener, bei welchen nach Hausbesuchen aus ärztlicher Sicht dringendster Verdacht auf ursächlichen Zusammenhang mit Hochfrequenzexposition bestand, waren mitgeschickt worden. Der Minister sah damals keinen ausreichenden Anlass tätig zu werden.

Mittlerweile nehmen die Gesundheitsschäden an vielen Standorten dramatisch zu. Bei unerklärlichen Krankheitshäufungen sind jedoch Untersuchungen geboten. Im Oktober 2006 hatte das Gesundheitsamt Neuburg-Schrobenhausen eine Schule wegen unerklärlicher Symptome bei Jugendlichen geschlossen.

Frau Weber, eine Betroffene aus München, erhielt im Oktober 2006 von Ministerialrat Weigl aus dem Staatsministerium die Nachricht, dass bei konkreten Anlässen sehr wohl die Gesundheitsämter eingeschaltet würden. In Oberammergau besteht konkreter Anlass.

Zusammenfassung der ärztlichen Stellungnahme vom 16.11.06:
Viele Bewohner von Oberammergau leiden seit Jahren an oft quälenden Symptomen und Erkrankungen, für welche die Ärzte keine Erklärung finden konnten. Seit August sind bei vielen weiteren Bewohnern unerträgliche Symptome aufgetreten.
Aus ärztlicher Sicht besteht dringendster Verdacht, dass ein großer Teil der in den letzten Jahren und der seit Ende August 2006 aufgetreten Symptome und Erkrankungen in
Oberammergau in ursächlichem Zusammenhang mit der Inbetriebnahme der Mobilfunksender und der Aufrüstung mit GPRS-EDGE steht.

Begründung:
1) Sehr viele Einwohner leiden unter einer Vielzahl von Symptomen (Schlafstörungen, Schwitzen, Unruhe, Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen, Kopfdruck,
Antriebsarmut, Herzrasen, Bluthochdruck, Gelenk- und Gliederschmerzen, Ohrdruck usw.)
2) Es handelt sich teilweise um ungewöhnliche, neuartige Symptome (Brennen der Haut, inneres Brennen, inneres Zittern, Benommenheit, Taubheitsgefühl, Kribbeln,
schmerzende, brennende Augen, Augenflimmern, Augenblitze, Juckreiz, Nervenschmerzen, Durstgefühl, anfallsweise Atemnot, Beklemmungsgefühl,
Temperaturempfindlichkeit, Muskelschmerzen, Muskelkrämpfe).
3) Die behandelnden Ärzte können oft keine pathologischen Organbefunde erheben, welche die Symptome erklären können.
4) Einzelne Anwohner übernachten seit mehreren Wochen regelmäßig auswärts.
5) Bei etlichen exponierten Bäumen und Pflanzen sind innerhalb kurzer Zeit schwere Schäden sichtbar geworden.

Folgerung:
Bei Fortsetzung der Hochfrequenzimmission besteht die Gefahr, dass es bei den bereits erkrankten Anwohner durch Störung des Immunsystems, durch Schädigung der Blut-Hirn-
Schranke, durch Blutdruckentgleisungen, Herzrhythmusstörungen, Veränderung der Blutviskosität und durch Störungen der Hormon- und Stoffwechselregulation zu
lebensbedrohlichen Zuständen kommt. Bei den betroffenen Kindern sind Entwicklungsstörungen und irreversible Dauerschäden zu befürchten.
Wegen des fundierten Verdachtes auf schwere Körperverletzung durch Hochfrequenzexposition muss unverzüglich Abhilfe geschaffen werden. Sofortiges Einschreiten von Seiten der Behörden ist geboten.

Wir wären sehr dankbar, wenn Sie über die gesundheitsgefährdende Entwicklung in Oberammergau berichten könnten.

Dipl. Ing. W. Funk
Pfarrer C. Häublein
M. Bühner, Allgemeinarzt
G . Seuss, Allgemeinarzt
Dr. med. C. Waldmann-Selsam, praktische Ärztin

Anlagen:
Mitteilung über Messungen des Ingenieurbüro Funk, Ärztliche Stellungnahme vom 16.11.06,
Schreiben von Ministerialrat Weigl an Frau Weber vom 9.10.06, Zeitungsartikel vom
10.11.06 und vom 15.11.06.