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Mobilfunkantennen: Schule von Boykott bedroht

LE PARISIEN | CHEVREUSE, Mittwoch 7. Juni 2006

Mobilfunkantennen: Schule von Boykott bedroht

Schuleltern wollen nicht, dass ihre Kinder in der Lubin-Schule ein weiteres Jahr in der Nähe von Mobilfunkantennen verbringen müssen.
Das gab es bisher nicht: Etwa sechzig Familien in Chevreuse drohen, zum Schulbeginn die Schule zu boykottieren, wenn die neben der Lubin-Schule installierten Sendeantennen nicht abgebaut werden. Sie deponierten eine Sammelklage wegen Gesetzesverstoss.

Seit acht Monaten versuchen diese Familien, beim Mobilfunkbetreiber Gehör zu finden. Am heutigen Abend werden sie an einer öffentlichen Versammlung Gelegenheit haben, ihre Beunruhigung der Firma Orange mitzuteilen. „In Chevreuse sind wir von Antennen umzingelt“, sagt eine Mutter. „Kein Wunder, dass wir so guten Empfang haben. Antennen gibt es an vier Orten: Route de Choisel, Rodhon-Quartier, Hof Coubertin und schliesslich bei der Schule, wo im Jahre 2004 UMTS-Antennen dazu kamen.“

Gemäss einigen Eltern leiden die Kinder unter Kopf- und Bauchschmerzen und Müdigkeit…

„Die Kinder sind zehn Stunden am Tag während sechs Tagen in der Woche diesen elektromagnetischen Feldern ausgesetzt“, fährt sie fort. „Gemäss einigen Eltern leiden die Kinder unter Kopf- und Bauchschmerzen und Müdigkeit…“ Auch Erwachsene klagen, sie könnten nicht mehr schlafen und schreiben dies den Antennen zu.

Die Schuleltern, die der Elternvereinigung FCPE angehören, und die sich unter dem Namen „Harpe“ (Haro aux antennes relais – Protégeons nos enfants) zusammengeschlossen haben, unternahmen weitere Schritte um „die Anwendung des Vorsorgeprinzips“ zu erreichen. Mehrfach schrieben sie der Betreiberfirma, sprachen den Bürgermeister und
ihre Abgeordnete Valérie Pécresse (UMP) an, bearbeiteten den Schularzt, alarmierten die übrigen Ärzte in der Stadt, forderten eine Untersuchung durch das DDASS (Gesundheitsund Sozialamt der Region Île de France), lancierten eine Petition mit mehr als 300 Unterschriften… immer unter demselben Motto: Abbau der Antennen. „Das ist die Vorbedingung für jegliche Verhandlungen“, beharrte Amina Medjahed, Sprecherin der Vereinigung. „Wir fordern den Abbau dieser Antennen. Dann wollen wir die Diskussion eröffnen für die Errichtung einer Charta wie in Paris und für die Versetzung der Antennen an einen einzigen, weit von den Wohngebieten entfernten Ort. Wir wollen das aber nicht im Streit, sondern in gegenseitiger Absprache machen.“ Der Betreiber seinerseits verteidigt den Standort. „Der Sender ist dort seit April 2004 installiert. Er ist Teil eines abgestimmten Netzes und dient der mobilen Abdeckung in diesem Sektor der Stadt.“ Und er erinnert an die Messungen: „Diese liegen unter 1 V/m, also unterhalb der Grenzwerte. Bei derart tiefen Werten gibt es keine Gefahr. Die elektromagnetische Strahlung ist dreimal geringer als diejenige eines Computerbildschirmes. Wir müssen die Bevölkerung beruhigen, Erklärungen geben und zeigen, dass es keinen Grund gibt, uns dem Volkszorn auszuliefern“, fährt der Betreiber fort, der nicht die Absicht hat, seine Antennen abzubauen.

Übersetzung: Bürgerwelle Schweiz