Ist nun UMTS- Mobilfunkstrahlung unbedenklich?
07.06.2006
TNOReplikationsstudie
Malans, den 6.Juni 2006
Ist nun UMTS- Mobilfunkstrahlung unbedenklich?
Ein Schweizer Forschungskonsortium hat sich zum Ziel gesetzt, die holländischen TNO- Studie aus dem Jahr 2003 zu replizieren. Im Gegensatz zu ihren holländischen Kollegen konnten sie keinen negativen Einfluss der Strahlung einer UMTS-Mobilfunkbasisstation auf das Wohlbefinden und die kognitiven Fähigkeiten nachweisen. Nach Ansicht der Schweizer Forscher um PD Dr. Achermann, Prof. Kuster und Dr. Röösli haben sie das Studiendesign der Holländer insofern verbessert, dass sie die Anzahl Propanden auf 117 erhöhten, die Testpersonen nebst einer Exposition von 1V/m auch einer Exposition von 10V/m aussetzten. Gemäss den Autoren der Studie wurde die Modulation des UMTS dahingehend modifiziert, dass ein gleichmässigeres elektromagnetisches Feld gesendet wurde. Wir interpretieren diesen Hinweis (die tatsächliche Signalform ist im Gegensatz zur TNO- Studie nirgends dokumentiert) als ein rauschähnliches Signal, wie es zustande kommt, wenn eine Basisstation mit hohem Datenverkehr sendet. Bei der TNO- Studie wurde ein pulsartiges Signal verwendet, dass dem einer
Basistation ohne Datenverkehr (nur Pilot Channels) sehr nahe kommt.
Auf Grund anderer Studien (z.B. Reflex) und Erfahrungswissen nehmen wir an, dass eine pulsartige Amplitudenmodulation biologische Wirkungen von Mikrowellenstrahlung begünstigen. Man kann davon ausgehen, dass UMTS- Sendeanlagen vor allem während der Nacht eine geringen oder gar keinen Datenverkehr aufweisst und somit eine pulsartige Modulation aufweist. Leider wurde bei der Präsentation wieder einmal mehr die Mär von den zehnfach tieferen Grenzwerten verbreitet – den Anlagegrenzwerten, die zwar mit einem ca. zehnfach tieferen Wert als die Immissionsgrenzwerte definiert sind, sich aber auf was ganz anderes beziehen. Auf Grund des unterschiedlichen Studiendesigns widerlegt die aktuelle Mobilfunkstudie die TNOStudie in keiner Art und Weise. Auch gibt uns eine solche Studie mit kurzer Exposition keinerlei Hinweise auf mögliche Wirkungen bei langzeitexposition. Wir raten deshalb aus Sicht der Vorsorge das UMTS- Netzes nicht weiter auszubauen.
IG Stopp Elektrosmog
Markus Durrer
