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Krebs bei Spitalangestellten

02.10.2007

Was verursacht Krebs bei Spitalangestellten?
Quelle: MAARIV international, Ela Harnoi und Hila Alroi, 25. September 2007
Übersetzung: Evi Gaigg, Diagnose-Funk


Im Carmel Hospital von Haifa sind die Angestellten verängstigt: In letzter Zeit wurde eine grosse Zahl von Krebsfällen festgestellt, besonders in einem der Obergeschosse des Hauptgebäudes.

Ein Teil der Angestellten befürchtet, dass die Ursache bei der in der Nähe dieses Geschosses errichteten Mobilfunkantenne liegt. Das Spital startete eine Untersuchung. Unter den Patienten befinden sich der Abteilungsleiter, ein Gruppenleiter, Krankenschwestern und Amtsärzte. In einem der Fälle verliess der Abteilungsleiter das Spital, nachdem er erkrankt war. Sein Nachfolger erkrankte ebenfalls.

Mindestens 5 Team-Mitglieder erkrankten auf demselben Stockwerk an Krebs und eine Reihe weiterer Ärzte und Schwestern auf anderen Stockwerken. Unter den Krankheiten waren: Bauchspeicheldrüsenkrebs. Leber- und Brustkrebs, Lymphome, Knochenmarkskrebs und Hirntumore. Das Team machte sich seit einiger Zeit Sorgen über die anscheinend hohe Krebsrate, und während der letzten zwei Wochen wurde ein weiterer Fall bei einer Krankenschwester, die auf demselben Stock arbeitet, wo andere Team-Mitglieder erkrankt waren, bekannt.

Der Spitalleiter, Dr. Hen Shapira, ersuchte Prof. Gadi Renart, den Leiter der Krebsabteilung der General Health Services und Leiter der allgemeinen und epidemiologischen Abteilung des medizinischen Zentrums Carmel, eine Untersuchung der Fälle zu beginnen. „Dieser Tage werden genaue Daten gesammelt, um zu untersuchen, ob es ein höheres Mass an Erkrankungsraten gebe, als zu erwarten wäre,“ erklärte Prof. Renart gestern.

Ein Teil der Angestellten gibt die Schuld der Mobilfunkantenne, die in der Nähe des Stockwerks steht, wo eine grosse Anzahl von Krebsfällen entdeckt wurde. Aber Prof. Renart meinte: „Der Gedanke, dass die Ursache eine Antenne ist, ist wahrscheinlich nicht realistisch, denn gemäss wissenschaftlichen Erkenntnissen, die bis heute gesammelt wurden, gibt es keinen Beweis, dass Antennen Krebs verursachen. Für Personen, die in medizinischen Berufen arbeiten gibt es Expositionen durch viele Substanzen, die Krebs verursachen können, zudem kommen sie in Kontakt mit Krankheiten, die das Immunsystem schwächen.“

Gemäss Dr. Avi Rothshild, einem Abteilungsleiter, der an Krebs erkrankte, ist es ein Zufall „Ich würde niemals mehr zur Arbeit auf einem Stockwerk zurückkehren, wo meine Gesundheit gefährdet wäre, aber ich käme nach meiner Genesung gerne zurück in meine Abteilung. Ich habe in der „Kishon“ gedient (einem chemisch belasteten Fluss, wo Soldaten tauchen) und es ist unmöglich zu sagen, woher mein Krebs kommt.

Dr. Rothshild berichtet, dass die Krankenpflegerinnen und Ärzte, die in seiner Abteilung arbeiteten, zu ihm kamen: „Ich habe volles Vertrauen, dass es nur ein eigenartiger Zufall ist, und jedes Team-Mitglied, das zu mir kam, erhielt jede erdenkliche Information.“

Innerhalb der nächsten 3 Wochen werden die Spitalangestellten ein Team-Meeting organisieren. Die Angestellten sind sehr besorgt, aber gemäss Renart, „sogar wenn ein Übermass an Inzidenzen gegenüber denen die man in der Normalbevölkerung erwarten würde, gefunden wird, ist es möglich, dass die Untersuchung in eine Sackgasse führt, so wie es oftmals geschieht.“

Im Krankenhaus sagte man, dass „die Leitung dazu verpflichtet ist, zu handeln, um die Sicherheit im Spitalumfeld zu gewährleisten, gemäss den gesetzlichen Richtlinien und sogar darüber hinaus: "Es werden einmal im Jahr Strahlungsmessungen durchgeführt. Die letzte Kontrolle für ionisierende Strahlung wurde im August gemacht."

Desweiteren führte man an, dass die gefundenen Krebsfälle verschiedenen Typs sind, was die Wahrscheinlichkeit einer einzigen Ursache für die Krebsvorkommen reduziert.


Kommentar der Diagnose-Funk:

Prof. Gadi Renart hat offenbar noch nicht auf PubMed recherchiert, da er behauptet, dass es keine Belege für Krebs durch hochfrequente Strahlung geben würde.

Die merkwürdige Zurückhaltung der Spitalmanager, wenn es um die Mobilfunkstrahlung als mögliche Ursache der Krebserkrankungen geht, könnte damit zusammenhängen, dass die Spitalleitung als Standortgeber der Antenne für durch die Antenne verursachten Gesundheitsschäden zur Verantwortung gezogen werden könnte. In Israel ist die Rechtssprechung in dieser Frage noch nicht eindeutig geklärt. In der Schweiz wäre dies laut Zivilgesetzbuch (Art. 679) der Fall.

Eine grosse Vielfalt an Krebsarten würde der hochfrequenten Strahlung als Ursache nicht widersprechen, weil z. Bsp. die Zellkommunikation durch HF-Strahlung je nach Frequenz und Intensität in sämtlichen Körperregionen mehr oder weniger stark beeinflusst werden könnte. In der Epidemiologie zeigte sich dies z. Bsp. in den Studien um Süd-Koreanische AM-Radiosender (Park et al. 2004).


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