Erhöhte Mobilfunkrisiken für Kinder

12.10.2007

Erhöhte Mobilfunkrisiken für Kinder im Vergleich zu Erwachsenen
Veröffentlicht in Zeitschrift Umwelt-Medizin-Gesellschaft, Ausgabe 3/2007
Kinder-Umwelt-Gesundheit: Aktuelle Herausforderungen

H.-Peter Neitzke und Julia Osterhoff

Zusammenfassung

umwelt medizin gesellschaft 20(3): 185-191

Erfahrungen aus anderen umwelttoxikologischen Bereichen zeigen, dass Kinder zwar nicht generell gegenüber allen Umweltnoxen empfindlicher sind als Erwachsene, dass es aber „Fenster der Suszeptibilität“ gibt, die in einem bestimmten Entwicklungsstadium eine höhere Empfindlichkeit bedingen. Bei der Bewertung des Risikos einer Exposition im Kindesalter sind zudem mögliche langfristige gesundheitliche Auswirkungen zu beachten, die durch die längere akkumulierte Expositionszeit bei Beginn der Exposition im Kindesalter entstehen können. Auch kann sich durch eine eventuell höhere Empfindlichkeit des kindlichen Organismus eine Prädisposition für Erkrankungen im späteren Leben entwickeln.
Die Exposition von Kindern gegenüber hochfrequenten elektromagnetischen Feldern hat mit der Verbreitung des Mobilfunks drastisch zugenommen. Betroffen sind zum einen Kinder, die sich in Wohnungen, Kindergärten und Schulen in der Nachbarschaft von Mobilfunkbasisstationen aufhalten, wo die Immissionen zwar nicht sehr hoch, aber dauerhaft sind. Zum anderen und vor allem sind Kinder betroffen, die selbst Mobiltelefone benutzen. Hierbei ist besonders der Kopf vergleichsweise hohen Feldern ausgesetzt. Aufgrund der anatomischen Unterschiede zwischen dem Kopf eines Kindes und dem eines Erwachsenen und der altersabhängigen elektrischen Eigenschaften von Körpergewebe ist die Exposition des Gehirns eines Kindes beim Telefonieren mit dem Handy höher als die eines Erwachsenen. Das Gehirn des Kindes ist zudem empfindlicher, da die Bildung der Nervenscheiden noch nicht abgeschlossen und deshalb u.a. die elektrische Leitfähigkeit des kindlichen Gehirns größer ist.



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