Zitate zu Lobbyismus
"Seit Veröffentlichung der 28,5 Millionen teuren WTR-Studie, die auf die Gesundheitsrisiken des Mobilfunks hinwies, hat die Mobilfunkindustrie ein weltweites Programm zur Kontrolle der Forschung hinsichtlich der Problematik von Mobiltelefonen und deren Auswirkungen auf die Gesundheit aufgelegt. Der Versuch, die Wissenschaft für sich selbst sprechen zu lassen, erwies sich für die Mobilfunkindustrie als ein Schuss nach hinten, und man will diesen Fehler nicht noch einmal machen."
Dr. George Carlo
"Ja, das ist so. Seit 30 Jahren bis zur Stunde, dass sinnvolle strukturelle Veränderungen auch im Sinne von mehr sozialer Marktwirtschaft in deutschen Gesundheitswesen nicht möglich sind wegen des Widerstandes der Lobby-Verbände."
Horst Seehofer, ehemaliger Gesundheitsminister und Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in Frontal21 vom 06. Juni 2006
"Sie verkaufen Ihnen gefährliche Medikamente um Geld zu machen. Nichts anderes. Falls sie denken, dass die Pharmaindustrie Medikamente auf den Markt bringt um ihnen zu helfen - vergessen sie es.
John Virapen, ehem. Geschäftsführer Eli Lilly Schweden in Frontal21 Dokumentation "Das Pharmakartell" >>>
(...) Auf dem Kommunikationskongress am Alexanderplatz in Berlin referiert die Mobilfunklobbyistin Una Großmann(Anm.: Sprecherin des IZMF). Wie bestimmt man das, was in der Zeitung steht? Es gehe darum, die Meinungshoheit zu gewinnen, sagt sie, »Journalisten dazu zu bringen, dass sie unser Ziel kommunizieren – und zwar im redaktionellen Teil, nicht in den Anzeigen«.
Wie man das macht? Man biete Lokalsendern Hörfunkbeiträge an, »die kosten nicht viel«, ein paar O-Töne, dazu Vorschläge für die An- und Abmoderation. Wichtig sei es, die Inhalte zu lancieren, aber den Absender zu verschleiern. Am beliebtesten sei das »Rundum-sorglos-Paket«: fertige Texte, die Redaktionen nur noch abdrucken müssten, aufbereitet mit Infografiken, Protagonistenfotos, Experteninterviews. Ihr Arbeitgeber finanziere auch Ärztefortbildungen, und diese Ärzte könne man dann als Experten interviewen.
»Ich nutze Tageszeitungen, Frauenzeitschriften, Fachmedien«, sagt Una Großmann. »Es war nie einfacher als heute.«
Die Gleichung ist simpel: Je schwächer die Redaktionen, umso leichter haben es die Marketing-Abteilungen. (...)
DIE ZEIT: Deutschland, entblättert (26.11.2009/Seite 26) >>>
Es war ein besonderes Jahr für Zeitungen und Zeitschriften. Einige wurden eingestellt, einige trotzten der Krise, andere arbeiten an neuen Strategien. Auf dem Spiel steht unsere Meinungsvielfalt.
Verfassungsgerichts-Präsident warnt vor Gefahren des Lobbyismus
Der Präsident des Bundesverfassungsgerichtes, Hans-Jürgen Papier, warnt vor den Gefahren des Lobbyismus. Bestimmte Gruppen dürften nicht zu viel "Einfluss auf Entscheidungen und politische Weichenstellungen gesamtgesellschaftlicher Bedeutung" haben, sagte Papier am Freitag in Berlin. Es drohe die "Aushöhlung der parlamentarischen Demokratie", wenn die vom Volk nicht legitimierten Lobbyisten "bestimmenden Einfluss" auf die Sachentscheidung des Parlaments gewännen.
Dieses dürfe nicht in die Rolle einer "Ratifikationsinstanz" gedrängt werden, die lediglich Gesetzentwürfe absegne von Lobbyisten, die nie "alle relevanten Interessen in gleicher Weise vertreten". Externer Sachverstand sei bei der Ausarbeitung von Gesetzen aber notwendig, meint Papier. (24. Feb. 2006 )
http://www.ngo-online.de/ganze_nachricht.php?Nr=13024
